
Die Lasergraviermaschine ACMER P3 48W ist in meinen Kellerräumen eingezogen. Wie die Bestellung des Mittelklasse-Diodenlasers ACMER P3 ablief und wie mein erster Eindruck und mein erstes Fazit aussieht, erfährst du in diesem Artikel.
Acmer P3 Bestellung
Schon vor der Bestellung habe ich natürlich recherchiert und überlegt, welcher Laser der Richtige für das ist, was ich machen möchte. Allerdings habe ich auch immer meinen inneren kleinen Hamster, der ungeduldig auf und ab rennt. Nach einigen Youtube-Videos habe ich meine Auswahl stark eingegrenzt und mich aus dieser Liste letztendlich für den Laser entschieden, der bei Amazon am schnellsten Lieferbar war. Also bin ich beim Acmer P3 gelandet. Acmer bietet für dieses Modell verschiedene Ausbaustufen, die sich nur in der Bestückung des Lasers unterscheidet. So hat man die Auswahl zwischen:

Der 10W Diode kam mir zu schwach vor – ich hatte einfach Angst, dass er nicht ausreichen würde – ein Upgrade ist ziemlich teuer und es wäre doch ziemlich ärgerlich gewesen. Den 2W-IR Laser hätte ich ohnehin nicht gebraucht – also war dieser schon mal raus. Der 24W Laser traf dann schon eher meinen Geschmack, doch hier war der Aufpreis zum 48W Laser nicht soo groß, also habe ich mich ziemlich schnell für das größte Modell entschieden.
Bestellung ausgelöst über Amazon – es gab noch einen Gratis-Artikel, den ich mir aussuchen konnte, also entschied ich mich für das Acmer M3 Rotary-Tool im Wert von knapp 60€, falls ich mal Flaschen gravieren möchte.

Bereits 2 Tage später klingelt es an der Tür – DHL ist da! Ein großer Karton wechselt den Besitzer. Aufgeregt, wie ich war, habe ich den Karton entgegen genommen und bin direkt damit im Keller verschwunden. Unten angekommen, nehme ich den Karton das erste Mal wirklich in Augenschein. ACMER P2 20W… Hmm… das ist aber nicht richtig?!
Kurzerhand habe ich über Amazon ACMER angeschrieben und die Lage geschildert. In Deutschland läuft der Versand über ein Fullfilment-Center in Bremen und die haben – nunja – Mist gebaut. Der Kontakt zu ACMER war äußerst professionell und zuvorkommend. Man sendete mir ein Rücksendelabel zu und sicherte mir die schnellstmögliche Lieferung des richtigen Gerätes zu. Also Goody wurde der Das ACMER M3 Rotary-Tool noch gegen das bessere M2 geupgraded – sozusagen, als Wiedergutmachung.
Zwei weitere Tage später traf dann „endlich“ das richtige Gerät ein. Einen weiteren Tag später das versprochene M2 Rotary-Tool.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der ACMER-Kontakt wirklich außergewöhnlich war. Die Rückmeldungen auf meine Nachfragen waren sehr schnell, professionell und zielführend. Für das o.g. Problem konnte ACMER überhaupt nichts – anstatt die Schuld von sich zu weisen, boten Sie sofort Lösungen. So geht Kunden-Support!
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Aufbau des ACMER P3 geht fast nicht einfacher, denn das Gerät ist komplett vormontiert geliefert worden. Alles was ich tun musste, war die Versandsicherungen aus dem Gerät zu schrauben – dies ist in der Betriebsanleitung sehr gut beschrieben – aufmerksam lesen und dann klappt es. Die Schutzfolie auf dem Gehäusedeckel ist tatsächlich wirklich katastrophal. Diese ist aufgeklebt, bevor das Gerät montiert wurde – dementsprechend ist die Folie auch unter den Schrauben und Scharnieren. Ärgerlich!
Zeitaufwand bis zum ersten Einschalten: 15 Minuten
Über einen Laptop und die beiliegende SD-Karte bzw. USB Stick war die Einrichtung am Windows und in Lightburn wirklich ein Kinderspiel. Das ist auch alles sehr gut in der Betriebsanleitung erklärt. Bis zu dem Punkt, wenn es zur Kamera und dessen Kalibrierung kommt.
Kamera kalibrieren
Die Betriebsanleitung von ACMER für den P3 ist tatsächlich schon etwas älter – die Screenshots und Klick-Anleitungen sind für eine Ältere Lightburn-Version geschrieben. In der Zwischenzeit hat sich in Lightburn ganz schön was getan, deshalb passt die Anleitung leider an einigen Stellen nicht mehr zur Realität.
Ich hatte große Schwierigkeiten, schon beim ersten Kalibrierungsschritt mit dem Mitgelieferten „Punkte-Brett“, dass unter die Kamera gelegt werden muss und die Kamera diese dann Scannen soll. Es klappte und klappte nicht – entweder „Pattern not found“ oder „0 Markers Found – Score 9999“. Ich habe alles mögliche probiert – mehr Licht, weniger Licht, Honeycomb raus, Holzplatte rein, etc. tt.. Nichts half.
Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich letztendlich in einem Forum für ein ganz anderes Modell die Lösung gefunden. Hier war beschrieben, wie in Lightburn 2.0 die Kalibrierung gemacht wird. Wie sich zeigte, gibt es zwei verschiedene Pattern Modi – eins nennt sich AprilTags und das andere CalibrationCircles. Da davon nichts in der Anleitung stand und ich als Anfänger keine Ahnung habe, was das bedeutet, habe ich es auf dem Standard belassen. Tja, dass war AprilTags. Und das Brettchen sind offenbar CalibrationCircles. Ich stelle also diesen Modus um und zack – fertig.


Die weitere Kalibrierung ist etwas mühselig, da viele einzelne Schritte zu machen sollen. Dennoch sind sie für ein gutes Ergebnis unerlässlich. Wichtig dabei zu erwähnen ist, dass diese Kalibrierung erneut gemacht werden muss, wenn man unterschiedlich dicke Werkstücke verwendet. Die Höhe des Werkstücks ist entscheidend für die Genauigkeit. Daher sollte die Kalibrierung möglichst auch mit dem Honeycomb gemacht werden, da es sonst zu Verzerrungen kommt und die Vorschau beim späteren Lasern nicht der Realität entspricht.
Jetzt aber losgelasert
Als die Kamera-Kalibrierung abgeschlossen war konnte es losgehen. Ab hier passt auch die Betriebsanleitung wieder und leitet einen phantastisch an. Hat man die Anleitung durchgearbeitet und den Handzettel/Cheat-Sheet zur Hand, kommt man schon sehr weit, weil viele Standard-Einstellungen von ACMER passend schon vorgegeben werden. So kann man es zumindest nicht komplett verhauen. 🙂
Ich habe bisher Holz, Leder und Edelstahl mit dem Laser behandelt. Alles funktioniert hervorragend. Sogar beim Edelstahl bekomme ich eine ganz leichte Gravur hin – nicht nur eine Markierung.
Jetzt wird alles, was ich sehe dahingehend bewertet, ob man es mit dem Laser bearbeiten könnte. 😀
Ich habe bisher bereits einige Schlüsselanhänger hergestellt und einige Testgravuren gemacht, um den ACMER-CheatSheet zu erweitern.
Vorläufiges Fazit zum ACMER P3 48W
Er ist stark genug für meine Zwecke. Das der Laser in einem Gehäuse eingebaut ist finde ich klasse. So sind die Augen geschützt und auch die „Abgase“ strömen nicht unkontrolliert herum, sondern hinten aus dem Auslass, durch einen Schlauch und aus dem Fenster. Der Laser ist wahnsinnig schnell und genau, aber auch relativ laut im Betrieb. Grade wegen der Geruchsbelastung und der Lautstärke sollte der Laser besser nicht in Wohnräumen aufgestellt werden. Ansonsten ist ein Luftreiniger Pflicht!
Ich habe mit der Anschaffung des Laser-Geräts ein tolles Hobby für mich entdeckt. Es macht wirklich Spaß etwas zu designen und dann den Laser bei der Arbeit zu beobachten. Hier und da an den Einstellungen rumspielen, bis alles perfekt ist – das macht Spaß.
Ich bin eigentlich nicht besonders Kreativ, noch kann ich gut Designen, aber für viele Dinge kann heutzutage auch ChatGPT weiterhelfen. 😉
Zum jetzigen Zeitpunkt, kann ich den ACMER P3 48W wirklich weiterempfehlen. Trotz der kleinen Schwachstellen ist es dennoch ein Top-Laser für den aufgerufenen Preis.
